Erfolgreich Projekte leiten dank Führungswissen und Werkzeuge: Agile vs. Wasserfall – dein Projektmanagement Leitfaden

Martin Tittes
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Du kennst das sicher: Du startest voller Energie in ein neues Projekt, und dann – zack – läuft es irgendwie nicht so, wie du es dir vorgestellt hast. Ist frustrierend, oder? Tatsächlich kriegen laut einer Studie der Standish Group über 60 % der Projekte nicht das hin, was sie sollen. Auf die Ergebnisse gehe ich am Schluss des Artikel nochmals etwas genauer ein. Also, wenn du ab jetzt deine Erfolgsquote bei deiner Projektarbeit steigern und damit zu den 40 % der Erfolgreichen gehören möchtest, dann solltest du dir meinen Beitrag jetzt genauer anschauen.
Ich hab mich als Scrum-Master sowohl im flexiblen Projektmanagement als auch in der klassischen „Wasserfall-Projektmanagement“-Methode mit Prince2-Foundation weitergebildet. Also, ich weiß, wovon ich rede, wenn es um beide Welten geht. Lass uns als Erstes eintauchen in das, was Projekte generell so knifflig macht.
Hauptgründe, warum ein Projekt scheitert
Unklare Ziele in der Projektplanung
Erstens, wenn du keine klaren Ziele oder Zieldefinition hast, ist das wie Segeln ohne Kompass. Du musst genau wissen, wohin die Reise gehen soll, damit du nicht vom Kurs abkommst. Da wird die Fertigstellung und Umsetzung der Projektziele zur Mammutaufgabe.
Zu wenig Rückhalt
Zweitens, das Management muss voll dabei sein. Wenn die Unternehmensleitung und/oder das übergeordnete Management nicht hinter dem Projekt stehen, wird es schwierig. Die brauchst du, damit alles glatt läuft.
Mangelnde Cross-Function
Drittens, unterschätze nie, wie dein Projekt andere Abteilungen beeinflusst. Projekte sind komplex und hängen oft mit anderen Bereichen zusammen. Das musst du im Blick haben und diese frühzeitig informieren und/oder einbinden.
Knappe Ressourcen
Viertens, genug Leute müssen am Start sein. Wenn du personell nicht genügend oder die falschen Mitarbeiter:innen für das Projekt hast, kann das dein Vorhaben echt ausbremsen. Dafür brauchst du vor allem fachlich versierte Spezialisten aus den verschiedenen Bereichen, z.B. Marketing-Mitarbaeiter, die Informatiker etc. und nicht zwingend Abteilungsleiter mit Fachwissen. Wähle die Personen, von denen du davon ausgehst, die bereit sind all ihr Wissen einfließen zu lassen und dein den Willen haben dein Projekt zum Erfolg zu führen. Das geht auch in einer kleinen Firma.
Ineffiziente Kommunikation
Und fünftens, redet miteinander! Wenn die Kommunikation im Projekt nicht stimmt, gibt es zwischenmenschliche Missverständnisse und das kann alles durcheinanderbringen.
Kurz: Gute Planung, klare Ziele, das Management an Bord holen, genug Leute einplanen und immer klar kommunizieren. Das ist schon mal ein guter Rahmen, damit dein Projekt ein Erfolg wird. Jetzt lass uns mal einen Blick auf die „Wasserfall-Projektmanagement“-Methode werfen und wie du damit in Zukunft besser klar kommst.
Wichtige Basics im Projektmanagement- die Planung
Steigen wir mit der Projektplanung ein. Das ist echt wichtig, egal wie groß oder kompliziert dein Projekt ist. Ein guter Plan ist wie ein Fundament für dein Haus und dein Handwerkszeug – ohne das steht nichts.
Also, hier sind ein paar wichtige Punkte, die du beachten solltest:
Zweck und Umfang
Zuerst musst du dir überlegen, was du eigentlich erreichen willst und wie weit du gehen möchtest. Das ist wie bei einer Reise: Du brauchst ein Ziel und eine Karte. Stell sicher, dass alle im Team wissen, wohin die Reise geht, was, warum und wie ihr es erreichen wollt.
Beteiligte und Rollen
Dann musst du rausfinden, wer alles mit im Boot sitzt – deine Stakeholder. Das sind Personen oder Gruppen, die irgendwie betroffen sind von dem, was du machst. Find heraus, wer das ist, und klär, wer was zu tun hat, damit es später nich zu gewissen Konflikten kommt.
Technische Unterstützung
Jetzt geht es um die Werkzeuge. Du brauchst die richtigen Tools, um dein Projekt zu managen. Wähle also die Software und Tools aus, die du brauchst, und sorg dafür, dass alle damit umgehen können. Übrigens ungeeignete Programme und/oder Projektbeteiligte die nicht klar wissen, wie mit diesen Tools gearbeitet wird, ist einer der Hauptgründe, warum nicht jedes Projekte erfolgreich verläuft.
Ressourcenplanung
Budget und Zeitrahmen sind selbstverständlich auch sehr wichtig. Das ist wie bei deinem privaten Monatsbudget – da weißt du auch genau, welche Summe dir für eine bestimmte Zeit zur Verfügung steht. Plan das gut durch und denk dran, immer ein bisschen Puffer für Überraschungen zu haben.
Risikomanagement
Risikoanalyse – überleg dir, was schiefgehen könnte, und wie du das verhindern kannst. Mache dir vor dem Projektstart immer auch einen temporären Plan B für die einzelnen Meilensteine. Falls doch mal etwas nicht wie geplant läuft, kannst du und dein Team schnell und effizient reagieren.
Projektplanung
Und dann geht’s ans Eingemachte: Zielentwicklung, Ziele setzen und den Plan ausarbeiten. Setze Prioritäten und teile es in realistische Schritte auf, damit mit Fortschritt des Projekts alle Ziele erreicht werden können.

SMARTe-Ziele
Denk dran, SMART zu sein – das heißt, deine Ziele sollten spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitgebunden sein. Mit dieser Formulierung hast du die beste Grundlage, deine Fortschritte klar zu bewerten.
Prioritäten und Ressourcen
Nachdem du deine grundlegenden Ziele nach dem SMART-Prinzip definiert hast, gilt es diese jetzt zu Priorisieren und dementsprechend die notwendigen Ressourcen dafür einzuplanen.
Zeitliche Rahmen
Und dann machst du einen Zeitplan. Alle Beteiligte und Verantwortliche sollten diesen klaren Zeitplan ebenfalls haben und frühzeitige Erinnerungen für die jeweiligen Meilensteine festlegen.
Plan B
Zum Schluss noch die Risiken. Das ist wie beim Camping – du packst eine Regenjacke ein, auch wenn aktuell die die Sonne scheint. Überleg dir, was passieren könnte, und wie du damit umgehst. Lieber einen Plan B in der Tasche und du brauchst ihn nicht, als einen Plan B zu benötigen und diesen unter zeitlichem Druck aus dem Hut zu zaubern.
Das Projektteam inkl. Projektleitung bzw. Projektleiterin
Der Erfolg von einem Projekt steht und fällt mit dem jeweiligen Team. Bevor du überlegst, viel Geld für mögliche Tools und Programme zu investieren, solltest du zuerst eine starke Mannschaft aufbauen.
Fähigkeiten und Verantwortungen
Also, als Erstes: Stelle fest, wer was richtig gut kann. Du brauchst Leute, die unterschiedliche Skills haben – einer ist vielleicht ein Technik-Crack, ein anderer kann super mit Menschen, und wieder ein anderer hat die kreativen Ideen. Wenn jeder seine Stärken einbringt, läuft das Ganze wie geschmiert. Wer soll im Projekt welche Verantwortungen übernehmen und benötigen diese Personen noch Unterstützung und/oder Qualifikationen?
Unterschiedliche Perspektiven
Dann, ganz wichtig: Vielfalt erweitert die Landkarte! Wenn deine Projektmitarbeiter bunt gemischt aufgestellt sind, kommen die Ideen oftmals wie von selbst. Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen bringen frischen Wind rein und helfen euch, knifflige Probleme zu lösen. Also, feiere die Unterschiede und nutz sie für euch.
Team-Building
Teamwork ist das A und O. Sorgt dafür, dass jeder offen reden kann und dass ihr euch gegenseitig unterstützt. Vertrauen und Respekt sind wichtige Bausteine, damit ihr gemeinsam was erreichen könnt. Entsprechende Events oder Workshops vor dem Projektbeginn können hier eine wertvolle Unterstützung sein.
Aufgaben und Rollen
Klarheit ist auch so ein Thema. Jeder im Team sollte genau wissen, was von ihm erwartet wird und was seine Aufgaben sind. Wenn das von Anfang an klar ist, gibt’s weniger Durcheinander und ihr seid effektiver.
Qualifikationen und Fähigkeiten
Und vergiss nicht, in dein Team zu investieren – und zwar vor dem Start des Projekts. Nach dem die Rollen, Aufgaben und Verantwortungen definiert sind, macht mit allen Beteiligten einen Check-up. Sieht sich jeder in der Lage, die Aufgaben mit Erfolg zu erledigen und/oder die Verantwortungen zu übernehmen.
Auf die Plätze … Der Projektstart
Jetzt zum Projektbeginn: Motivation ist alles. Sorg dafür, dass alle wirklich dabei sind und sich unterstützt fühlen. Und zeig auch mal, dass du die Arbeit wertschätzt.
Meetings sollten regelmäßig stattfinden, damit ihr immer auf dem Laufenden seid und wisst, was als Nächstes ansteht. So bleibt ihr im Gespräch und könnt direkt reagieren, wenn es irgendwo hakt. Plant von Anfang an einen Serientermin ein und definiert die erforderlichen Teilnehmer:innen. Haltet bei eurer Planung auch immer einen Puffer bereit, damit ihr auch zwischendurch ein Meeting machen könnt, wenn etwas Unvorhergesehenes auftritt.
Behaltet immer den Überblick, wie es läuft, und seid bereit, euren Plan zu ändern, wenn es nötig ist. Nutz Tools, um den Fortschritt zu überwachen und sicherzustellen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid.
Und last but not least: Feiert eure Erfolge zusammen! Das motiviert und zeigt, dass ihr was erreicht habt – und es motiviert, die nächsten Aufgaben anzugehen.
Jetzt wird es Zeit, uns auch die andere Seite des Projektmanagement anzusehen. Entdecken wir das anpassungsfähige Projektmanagement mit dem Scrum-Framework.
Die Welt des agilen Projektmanagements
Agilität ist mittlerweile (leider) so ein weiteres Buzzword im Business geworden. In meiner Praxis stelle ich immer wieder fest, dass New Work, z.B. das Arbeiten per Remote aus dem Homeoffice o.ä. gerne mit flexibler Arbeitsweise verbunden wird. Das eine hat aber nicht wirklich mit dem anderen zu tun bzw. nicht direkt. Wie hat mein Dozent für Scrum damals so schön gemeint, Agilität und Scrum sind keine Methode, sondern eine Einstellung. Insbesondere in sehr dynamischen Projektumgebungen kann eine anpassungsfähige Arbeitsweise und Scrum eine echte Alternative sein.

Das Scrum-Framework
Im Gegensatz zum klassischen Projektmanagement mit sehr klaren Vorgaben und Richtlinien basiert Scrum lediglich auf einen Rahmen. Ich weiß noch gut, wie ich überrascht war, als ich nach meiner Prince2-Foundation Zertifizierung mit meiner Ausbildung zum Scrum-Master angefangen habe. Während das Handbuch von Prince2 knapp 400 DIN A4 Seiten Umfang hatte, besteht der original Scrum-Guide lediglich aus 14 Seiten. Die aktuelle Version (2020) kannst du übrigens hier kostenlos herunterladen:
Scrum-Guide.
Nachfolgend stelle ich dir kurz die wichtigsten Inhalte und Punkte aus diesem Guide vor:
Rollen – keine Hierarchien
Also, beim Scrum gibt es ein paar Rollen: Der Product Owner, der ist der Visionär und sagt, was für ein Produkt gemacht werden muss. Er ist der erste und einzige Ansprechpartner, wenn es darum geht, wie das Produkt als Gesamtergebnis aussehen soll und welche Features und Leistungen es beinhalten soll. Der Scrum Master sorgt dafür, dass alles glatt läuft. Er ist zuständig, dass alle Schritte innerhalb eines Scrum-Teams eingehalten werden und ist auch eine Art Bindeglied zwischen dem Scrum-Team und dem restlichen Unternehmen. Und schließlich das Entwicklungsteam (Developer), sie sorgen innerhalb der Sprints, dass jeweils ein (Teil)Ergebnis zum gewünschten Produkt erstellt wird.
Artefakte – die Projektdokumente
Das Scrum-Team arbeitet mit zwei Projektdokumentationen. Das Product Backlog ist die „Wunschliste“ für das Gesamtergebnis und wird vom Product-Owner organisiert. Aus diesem Product-Backlog wird dann für jeden Sprint die einzelnen Teilschritte entnommen. Diese werden im jeweiligen Sprint Backlog festgehalten.
Sprints, als zeitlicher Rahmen
Die Sprints, sind die zeitlichen iterativen Arbeitszyklen während des Projektverlaufs. Die Länge eines Sprints wird am Anfang des Projekts festgelegt, normalerweise sind diese zwischen zwei und maximal vier Wochen lang. Damit ist gewährleistet, dass innerhalb von einem Projekt schnell reagiert und ggf. Anpassungen durchgeführt werden können.
Projektablauf
Vor den Sprints definiert der Product-Owner gemeinsam mit den Key-Stakeholder das Gesamtprodukt und damit das erste Product-Backlog. Bei diesem Kick-off wird auch die Länge der jeweiligen Sprints festgelegt. Anschließend startet das Scrum-Team mit seiner Arbeit. Übrigens sieht der Guide vor, dass ein Scrum-Team immer komplett selbstorganisiert ist. In der Konsequenz bedeutet das auch, dass sich ein Team zum jeweiligen Projekt selbst zusammenstellst.
Jetzt kommt die Sprint-Planung. Hier entscheidet die Mannschaft, welche Features aus dem Produkt-Backlog im diesem Sprint ausgearbeitet werden sollen und übertrage diese Aufgaben in das Spint-Backlog. Jeden Tag findet morgens ein kurzes (15 Minuten) Meeting statt, der Daily-Scrum. Hier wird besprochen, ob alles planmäßig läuft oder ob es irgendwelche Hindernisse gibt. Am Ende des Sprints zeigt das Team den Stakeholdern im Sprint-Review, welches Ergebnis (das sogenannte Increment) sie erstellt haben, und holt sich Feedback. Weiterhin gibt es noch die Retrospektive nach jedem Sprint. Hier trifft sich das Team und bespricht im Detail, wie der Sprint gelaufen ist, was war gut und was kann im nächsten Sprint besser gemacht werden kann.

Durch diesen Ablauf ist das Scrum-Team jederzeit in der Lage schnell zu reagieren und im gesamten Projektablauf flexibel zu bleiben. Eine permanente offene Kommunikation ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.
Kernprinzipien:
Die Prinzipien von Scrum sind eigentlich ganz logisch: Es wird in kleinen Schritten gearbeitet und durch die wiederkehrenden Schleifen (Sprints) gibt es laufend Verbesserungen (inkrementell und iterativ). Das Team ist offen für Veränderungen, arbeitet eng zusammen, kommuniziert regelmäßig und organisiert sich selbst. Das kann am Anfang tricky sein, weil die Führungskräfte, Manager:innen und Unternehmensleitung lernen müssen, nicht ständig reinzureden und/oder zu kontrollieren. Das Team konzentriert sich darauf, was dem Kunden (Key-Stakeholder) wirklich hilft, und überprüft immer wieder, ob es auch effektiv arbeitet. Entscheidungen werden auf Basis von echten Daten und Erfahrungen getroffen, also empirisch.
Herausforderungen bei der Implementierung des Projekts
Du stehst vor der Herausforderung, Scrum in deinem Team oder deinem Bereich einzuführen, und fragst dich, wie du typische Probleme angehen kannst? Keine Sorge, das ist ganz normal und es gibt bewährte Lösungen, die dir helfen können.
Wenn dein Team Widerstand gegen Veränderungen zeigt, ist das nicht ungewöhnlich. Versuche, ihnen durch Schulungen und Unterstützung zu zeigen, wie Scrum ihnen helfen kann, und gib ihnen Raum, um sich auszuprobieren. Es ist okay, wenn nicht alles sofort perfekt läuft.
Fehlt euch die Erfahrung mit Scrum? Das ist kein Beinbruch. Investiert in Schulungen und vielleicht einen Coach, der euch erstmal die Prinzipien näherbringt. Teilt euer Wissen im Team und lernt gemeinsam.
Manchmal versteht nicht jeder sofort alle Details von Scrum. Sorge dafür, dass alle im Team wirklich durchblicken, indem ihr regelmäßig Schulungen anbietet und offen miteinander sprecht. Feedbackrunden können hier auch Wunder wirken.
Zu viel Ehrgeiz kann auch zum Problem werden. Anfänglich fehlt es an Erfahrung, z.B. welche Teilergebnisse (Increments) können innerhalb von einem Sprint wirklich geleistet werden. Insbesondere, weil sich das Team auch erstmal (selbst) finden und lernen muss, effektiv miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten. Hier ist es wichtig, anfänglich „Druck“ rauszunehmen. Mit jedem Sprint wird die Zusammenarbeit effektiver und die Ergebnisse werden effizienter und besser erzielt.
Und wie sieht es mit den Stakeholdern aus? Zum einen müssen sie lernen, dass es während des Sprints keinen Einfluss gibt und wenn überhaupt, die Kommunikation ausschließlich über den Product-Owner läuft. Zum anderen besteht quasi die „Pflicht“, dass die Stakeholder beim jeweiligen Sprint-Review dabei sein – und zwar für das gesamte Meeting. Hier hat das Team die Möglichkeit, die jeweiligen Teilergebnisse zu präsentieren, Prototypen zu zeigen oder Demos zu zeigen. Die Stakeholder sollten dann konstruktives Feedback geben, damit diese Rückmeldungen für den nächsten Sprint berücksichtigt werden können.
Wenn ihr Scrum auf ein größeres Team oder die ganze Organisation ausweiten wollt, kann das knifflig werden. Dafür gibt es dann eigene, ergänzende Frameworks, die euch unterstützen können, und passt Scrum dann an eure Bedürfnisse an, ohne die Grundprinzipien aus den Augen zu verlieren. Hier ist es jedoch auf jeden Fall sinnvoll sich erstmal einen externen Profi mit ins Boot zu holen.
Technische Schulden (Technical Depth) sind auch so ein Thema. Darunter versteht man bei Scrum den Unterschied zwischen dem, was ursprünglich für einen Sprint als Ergebnis versprochen wurde und dem, was tatsächlich geliefert wurde. Meist entstehen diese unter Druck, wenn z.B. aufgrund der vorgegebenen Zeit eine technisch suboptimale Lösung verwendet wird, um das Sprint-Ergebnis zu liefern. Daher sollten Sprints und Ergebnisse realistisch geplant und anhand der jeweiligen Retrospektive überprüft werden.
Und zu guter Letzt: Kommunikation ist das A und O. Wenn die nicht stimmt, läuft nichts rund. Sorgt für klare Abläufe, tägliche Meetings und gute Dokumentation, damit jeder weiß, was Sache ist. Hier spielt der Scrum-Master eine große Rolle. Er sorgt dafür, dass das Projektteam bestmögliche Rahmenbedingungen hat, aber auch dass die Prozesse innerhalb eines Scrum-Teams eingehalten werden.
Direktvergleich der Projektmanagement-Methoden: Wasserfall vs. Anpassungsfähigkeit
Jetzt haben wir uns beide Methoden näher angeschaut. Das klassische Projektmanagement ist wie ein Rezept, das du Schritt für Schritt abarbeitest, bis dein Kuchen fertig ist. Du planst einmal am Anfang alles bis ins kleinste Detail und dann werden die Meilensteine gemäß dem Plan abgearbeitet.

Beim anpassungsfähigen Projektmanagement mit Scrum kannst du es dir so vorstellen, du baust ein Lego-Haus, aber anstatt die Anleitung von vorne bis hinten durchzugehen, baust du Teil für Teil und schaust immer wieder, ob alles passt. Du bleibst flexibel und kannst jederzeit was ändern, wenn es nötig ist. Das ist wie ein fortlaufendes Experimentieren und Verbessern.
Bei der Wasserfallmethode du eine ziemlich starre Hierarchie. Der Projektmanager sagt, was zu tun ist, und die Teammitglieder machen das dann. Dazu gibt es in der Regel weitere Kontrollinstanzen, welche permanent Einfluss auf das Projekt ausüben können. Aber bei Scrum? Da sitzen alle im selben Boot. Dafür gibt es entsprechende Rollen, aber keine Hierarchien. Das Team organisiert sich ausschließlich selbst, reden täglich miteinander, tauschen sich aus und arbeiten gemeinsam an der Sache. Einfluss von „außen“ gibt es ausschließlich bei den Sprint-Reviews.
Und dann ist da noch die Sache mit den Ergebnissen. Im traditionellen Projektmanagement arbeitest du lange auf ein großes Ziel hin und hoffst, dass am Ende alles passt. Bei Scrum wird hingegen in kurzen Abständen kleine Teil-Ergebnisse präsentiert, die sofort überprüft und angepasst werden können.
Beim Planen ist es ähnlich. Traditionell machst du einen riesigen Plan am Anfang und hältst dich dran. Bei Scrum planst du immer wieder neu und konzentrierst dich darauf, was gerade am wichtigsten ist.
Die Fortschritte zu überwachen, ist auch so eine Sache. Früher hast du Meilensteine gesetzt und geguckt, ob diese erreicht werden. Bei Scrum gibt es tägliche kurze Meetings und regelmäßige Reviews und Retrospektiven, um zu sehen, ob alles läuft und wie es für den nächsten Sprint besser gemacht werden kann.
Risikomanagement? Im klassischen Projektmanagement denkst du da einmal drüber nach und machst dann deinen Plan. Bei Scrum hast du das Risiko immer im Blick und kannst jederzeit reagieren.
Und der Kunde bzw. die Stakeholder? Im klassischen Projektablauf wird am Ende das komplette Ergebnis präsentiert. Dies kann dazu führen, dass die Lösung nicht den Erwartungen entspricht und der Prozess von Neuem beginnt. Bei Scrum ist der Kunde voll dabei, gibt über die jeweiligen Reviews laufend Feedback und hilft, die wichtigen Sachen zuerst zu machen.
Agil schlägt Wasserfall am Beispiel der Softwarebranche
Wie schlägt sich die reaktionsschnelle, anpassungsfähige Methode gegenüber der Wasserfallmethode, wenn es um Software geht? Also, die Standish Group hat dazu eine Studie gemacht, den Chaos Report 2020: Beyond Infinity. Diese Organisation prüft seit 1994, wie es mit Technologieprojekten läuft. Nachfolgend noch ein paar wichtige Erkenntnisse aus dieser Studie.
Fokus Projektmanager
Also, erstmal zu den „klassischen“ Projektmanagern: Man könnte meinen, die sind der Schlüssel zum Erfolg, oder? Leider ist dem nicht so, die Studie zeigt, dass Projekte ohne Projektmanager oft besser laufen. Klingt komisch, ist aber so. Vielleicht liegt es daran, dass zu viel Bürokratie und Verwaltung im Spiel sind und das Ganze nur verkomplizieren.
Projektmanagement-Tools nicht immer erfolgreich
Dann gibt es da noch die Projektmanagement-Tools. Die sollen eigentlich helfen, alles flüssiger zu machen, aber wenn keiner so richtig versteht, wie die funktionieren, dann ist das Chaos vorprogrammiert. Und wenn man sich zu sehr auf die Technik verlässt und die Menschen vergisst, dann läuft es auch nicht rund. Übrigens, ähnlich habe ich es auch als Vertriebsverantwortlicher für das Thema CRM-Systeme (Customer Relationship Management) erlebt. Oftmals wurde diese System von den Vertriebsmitarbeiter:innen nur als „notwendiges Übel“ angesehen und entsprechend wurde damit (nicht) gearbeitet. Hier ist viel Verständnisarbeit und Schulungen notwendig, damit diese Tools auch das leisten können, was sie sollen.
Projekterfolgsquote pro Agil
Jetzt zum spannenden Teil: Gemäß der Studie haben anpasssungsfähige Projekte eine dreimal höhere Erfolgsquote wie die alten Wasserfall-Projekte. Warum? Weil die flexibel sind und sich schnell anpassen können, wenn es notwendig ist.

Auf der anderen Seite haben Wasserfall-Projekte doppelt so oft Probleme. Die sind starr und wenn was schiefgeht, dann richtig. Was gerade in einem dynamischen Umfeld ziemlich drastische Auswirkungen haben kanns. Es kommt zu erheblichen Verzögerungen und führt zu hohen Kosten. Im schlimmsten Fall passt am Ende das Ergebnis nicht, und schwupps, ist das Projekt im Eimer.
Wie bereits erwähnt, hat die Studie ausschließlich Softwareprojekte analysiert und lässt sich damit nicht 1:1 auf alle anderen möglichen Bereiche projizieren. Dennoch ist es ein eindrucksvolles Ergebnis und du solltest daher mal ernsthaft darüber nachdenken, ob eine flexible Arbeitsweise – zumindest in Teilbereichen – auch bei dir Sinn machen kann.
Was lernen wir daraus? Man muss sich echt gut überlegen, welche Methode man nimmt. Wasserfall hat zwar auch seine Daseinsberechtigung, aber Agil ist auf dem Vormarsch, weil es viele Vorteile bringt. Also, wenn du vor komplexen Projekten stehst, die sich ständig ändern, dann ist Agil vielleicht genau dein Ding.
Wie ist deine Meinung? Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht und wo waren dabei die größten Herausforderungen? Ich freue mich auf dein Feedback.
Kompaktes Wissen: FAQ’s zu Projektplanung, Projektmanagement und Projektmanagement-Methoden
Was versteht man unter dem Begriff Projektmanagement?
Projektmanagement bezeichnet die Gesamtheit von Aufgaben, Maßnahmen und Organisationen, die zur Durchführung eines Projektes erforderlich sind. Ein Projektleiter oder Projektmanager ist dabei für das Leiten und Steuern des Projekts verantwortlich.
Welche Aufgaben umfasst die Projektplanung im Projektmanagementsprozess?
Die Projektplanung im Projektmanagementsprozess beinhaltet die Phasen der Definition von Zielen, Ressourcenplanung, Risikomanagement, Zeitplanung und Budgetierung. Ein Projektleiter muss diese Projektetappen methodisch und mit Effizienz durchführen.
Wie geht man mit Risiken im Projektmanagement um?
Ein guter Projektleiter muss Risiken frühzeitig erkennen und methodisch darauf reagieren. Risikomanagement ist ein wichtiger Bestandteil des Projektmanagements, um komplexe projekte effizient abzuwickeln.
Was versteht man unter Projektmanagement?
Projektmanagement bezieht sich auf die Planung, Durchführung und Steuerung von Projekten, um sicherzustellen, dass die Ziele effizient und effektiv erreicht werden.
Welche Aufgaben umfasst das Leiten von Projekten?
Das Leiten von Projekten umfasst die Koordination von Ressourcen, das Setzen von Zielen, die Überwachung des Fortschritts und die Lösung von Problemen.
Warum ist es wichtig, Projekte leiten zu können?
Die Fähigkeit, Projekte leiten zu können, ist entscheidend, um Projekte mit Erfolg abzuwickeln und Projektmanagement-Methoden effektiv einzusetzen. Nur mit einem erfahrenen Projektleiter können Projekte mit Erfolg abgeschlossen werden.
Warum ist es wichtig, Projekte flexibel zu leiten?
Die flexible Projektleitung ermöglicht es, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und schneller auf neue Anforderungen einzugehen.
Was sind die Hauptaufgaben eines Projektleiters oder Projektmanager?
Ein Projektleiter oder Projektmanager ist verantwortlich für die Planung, Koordination und Durchführung eines Projekts sowie für die Kommunikation mit allen Beteiligten.
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Über den Autor:
Martin Co-Gründer und Co-CEO von SHARE2B:GREEN, der innovativen Online-Agentur für Marketing, Strategie, Coaching und KI.
Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in den Bereichen Strategie, Vertrieb und Marketing, auch International, ist er ein renommierter Experte und seit 2021 erfolgreicher Business-Coach.
Als Autor, Speaker und Business-Coach teilt er sein fundiertes Wissen, um Unternehmer:innen weltweit bei der Verwirklichung ihrer Ziele zu unterstützen.
Mit einer leidenschaftlichen Hingabe für den Erfolg seiner Kunden hat Martin gemeinsam mit seiner Frau Monika 2023 SHARE2B:GREEN gegründet.
Der Anspruch: Aus der Praxis für die Praxis von Gründer:innen, Solopreneuren und KMUs. Keine Standard-Einzellösungen, sondern die ganzheitliche und systematische Kombination von Marketing, Strategie, Coaching und dem Einsatz mondernster KI-Tools. Das Ergebnis: Business-Erfolg 4.0
Sein erstes Buch: Das magisches Quadrat – Wie Sie bekommen, was Sie wirklich wollen – erschien Anfang 2022 (Erhältlich bei Amazon.de)
Sein zweites Buch: New Work Talent Scouting erschien Anfang 2023 über Bookboon.com
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